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Dienstag, 20. Mai 2008

Donnerstag, 24. April

Ein schweres Tief mit orkanartigen Stürmen weit nördlich von uns hat das Meer erheblich in Wallung gesetzt. Mächtige, lang laufende Wellen lassen das Schiff deutlich Schräglage einnehmen und entsprechend schwierig ist es, in der Nacht durchzuschlafen. Wie schon in den vergangenen Tagen werden wir per Durchsage gebeten, uns gut festzuhalten, uns vorsichtig auf dem Schiff zu bewegen und im Bad daran zu denken, dass es rutschig sein kann.

Über Nacht hat der Kapitän alle Segel einholen lassen, aber heute um 8 Uhr müssen wieder alle Mann auf ihre Stationen und alles setzen, was am Mast ist. Mit über 10 Knoten wird die Royal Clipper von einem etwa 25 Knoten starken Wind Ostwärts getrieben.

Zum Glück ist heute wieder Tai Chi und auch das Stretching mit Angela findet wieder statt. Doch diese Übungen können genau so wenig wie der nachmittägliche Besuch in der Muckibude dabei helfen, die angefutterten Kalorien wieder zu verbrennen. Uns schwant schreckliches, wenn wir zu Hause zum ersten Mal wieder auf eine Waage steigen werden…..das wird Gott sei dank erst in über einer Woche der Fall sein.

Für den Abend verpflichtete das Programm alle Passagiere, sich als Piraten zu verkleiden. Ohne Kostüm kein Essen, hieß es augenzwinkernd im Programm. Also kamen nahezu alle Gäste irgendwie verkleidet in den Speisesaal, auch das Personal hatte sich ausstaffiert und er herrschte eine ausgelassene Stimmung. Es ist schon erstaunlich, dass sich auch alte Menschen darauf verstehen, so etwas wie Kindergeburtstag zu feiern. Die Spaßveranstaltung setzte sich noch mit einigen lustigen Piratenspielen fort: Teebeutel-Weitwurf etc. Cruise-Director Angela hatte wie immer alles im Griff.

Sonntag, 18. Mai 2008

Dienstag, 22. April

Die heutige Nacht war schon wieder eine Stunde kürzer. Kaum hat man sich an die neue Zeit gewöhnt, wird sie schon wieder gewechselt. Ich weiß nicht, ob es daran oder am guten Essen lag, aber wir haben beide sehr schlecht geschlafen und waren froh, dass es draußen hell wurde.

Vor dem Frühstück noch ein wenig klug schnacken auf dem Brückendeck mit Ashlay und Marco, die sich in dem trüben Wetter und der morgendliche Kühle sichtlich unwohl fühlen.

Unsere Tai Chi-Übungen mit Michael laufen immer besser. Es gelingt uns, trotz des schwankenden Schiffes die Augen dabei zu schließen und auf den Beinen zu bleiben. Ich hoffe, wir finden die Willensstärke, auch zu Hause damit weiter zu machen, denn es muss so sein, dass diese Übungen – wenn man sie denn regelmäßig ausführt – eine wohltuende Wirkung auf Körper und Geist ausüben.

Am Vormittag bekommen wir Instruktionen von Cruise Director Angela über unseren Landausflug morgen in Ponta Delgada. Alles scheint bestens organisiert.

Alle sind ein wenig gespannt, endlich wieder Land zu sehen. Leider bedeutet dieser Zwischenstopp auch, dass wir die meiste Zeit auf diesem Schiff hinter uns haben. Bis Malaga sind es ‚nur’ noch knapp 1.000 Meilen.

Nach dem Mittagessen ein kurzes Schläfchen, damit ich fit bin für die letzte Stunde ‚Navigationsunterricht’ mit Oleg, dem zweiten Offizier. Es ist aber mehr eine allgemeine Fragestunde, als Unterricht in Navigation. Oleg beschreibt – immer mit der nötigen Portion Humor, was er in seinem Seefahrerleben schon erlebt hat. Er ist mit seiner Familie nach Argentinien gezogen, hat dort noch mal sein Kapitänspatent gemacht und hat überhaupt keine Lust, wieder nach Russland zurückzukehren. Zum Schluss bekommen alle eine Urkunde mit den Original-Unterschriften von Kapitän Sergej und Oleg. Alle sind glücklich, aber ich bin sicher, das Stück Papier wird zu Hause bald in irgendwelchen Schubladen verschwinden.

Am frühen Nachmittag wird die Wasseroberfläche immer glatter, aber dafür haben wir eine recht starke Dünung. Irgendwann holte die Royal Clipper so weit über, dass unten im Restaurant die Suppentassen durch die Gegend flogen, die Schale mit den Äpfeln durch die Gegend segelte und in der Bar etliche Gläser zu Bruch gingen. Himmel und Meer wirken bleiern.

Der Abend wurde mit einem maritimen Quiz abgeschlossen. Gisela kam locker auf den dritten Platz und wurde mit (sehr originell) einem Koffergurt belohnt.